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Das Projekt

Soziale Stadt mobil gemacht – Innovative MobilitätsStationen für und mit den Bürgern der Greifswalder Fleischervorstadt und Innenstadt

Der sich bereits heute abzeichnende Klimawandel, stetig steigende Mobilitätskosten und wachsende Konkurrenzen um begrenzte Stadtflächen – das sind gleich drei große Herausforderungen, denen sich Bund, Länder und Kommunen im Verkehrssektor stellen müssen. Fakt ist, dass sich unabhängig von technischen Verbesserungen in der nationalen Fahrzeugflotte der Modal-Split (also die Nutzerverteilung nach Verkehrsträgern) zugunsten des Umweltverbundes verändern muss. Mobilität zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV ist ressourceneffizienter, sozialer und schützt die Umwelt. Hier können und müssen Kommunen unterstützend wirken, um den Umweltverbund noch attraktiver zu machen.

In Greifswald legen derzeit zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger Ihre täglichen Wege mit dem Rad, zu Fuß oder mit dem ÖPNV zurück (Verkehrsmittelbefragung 2009). Mit einem Radverkehrsanteil von 44% ist die Universitäts- und Hansestadt sogar heimliche Fahrradhauptstadt  Deutschlands.

Verkehrsbefragung 2009

Damit in Zukunft noch mehr Greifswalderinnen und Greifswalder auf den Umweltverbund “umsteigen”, soll jetzt unter enger Bürgerbeteiligung in einem Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik geprüft werden, ob neue Mobilitätsdienstleistungen wie das CarSharing und BikeSharing sowie eine RadStation am Hauptbahnhof in Greifswald auf Interesse stoßen und in Zukunft den Umweltverbund ergänzen könnten. Sogenannte MobilitätsStationen und MobilitätsKarten könnten diese neuen Mobilitätsformen zudem mit dem klassischen Umweltverbund räumlich und organisatorisch miteinander verbinden.

Ein Projektkonsortium unter Federführung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wird dazu über einen 22-monatigen Projektzeitraum (Dezember 2011-September 2013) mehrere Bürgerversammlungen und -Workshops veranstalten und eine umfangreiche Mobilitätsbefragung in den Projektstadtteilen Fleischervorstadt und Innenstadt durchführen.

Die beiden Stadtteile verfügen zusammen über ca. 10.000 Einwohner und wurden ausgewählt, da sie eine sehr hohe Einwohner- und Bebauungsdichte aufweisen und sich hieraus eine sehr angespannte Parkplatzsituation ergibt. Die Innenstadt bildet zudem das wirtschaftliche, wissenschaftliche und Verwaltungszentrum der Stadt. Mehrere Projektpartner verfügen hier über eigene Flächen.

  

 

Soziale Stadt mobil gemacht – Innovative MobilitätsStationen für und mit den Bürgern der Greifswalder Fleischervorstadt und Innenstadt ist ein Pilotprojekt im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert. Mit den in den Jahren 2012 und 2013 geförderten 15 neuen Pilotprojekten sollen innovative und beispielhafte Handlungs- und Lösungsansätze für Bürgerbeteiligung an Planungsprozessen unterstützt und bekannt gemacht werden.

www.nationale-stadtentwicklungspolitik.de

 

 

Car-Sharing

© Bundesverband Carsharing / Stadtmobil Rhein-Neckar AG

© Bundesverband Carsharing / Stadtmobil Rhein-Neckar AG

CarSharing

Unter CarSharing versteht man die gemeinsame Nutzung von Autos, organisiert durch einen Dienstleister. Nutzer müssen sich für das CarSharing anmelden und zahlen in der Regel eine monatliche Mitgliedsgebühr. Fahrten werden per Telefon, Smartphone oder Internet vorab gebucht und nutzungsabhängig (z.B. pro km oder pro Stunde) einmal im Monat abgerechnet. In den Gebühren sind nahezu alle Fahrzeugkosten wie z.B. für Benzin, Wartungen und Reparaturen, Fahrzeugpflege, Versicherung und Steuern enthalten.
Entleihe und Rückgabe des Fahrzeugs erfolgt in der Regel an derselben Station mit garantiertem Stellplatz. CarSharing lohnt sich im Allgemeinen für Personen, die nur ab und zu ein Auto benötigen und nicht mehr als 10–12.000 km im Jahr damit zurücklegen.

Bike-Sharing

© Wikimedia Creative Commons / "Sir James", Milano

© Wikimedia Creative Commons / "Sir James", Milano

BikeSharing

Dementsprechend ist BikeSharing die gemeinsame Nutzung von Fahrrädern, organisiert durch einen Dienstleister.
Der Verleih funktioniert in der Regel völlig automatisiert. Dazu kann sich der Nutzer spontan mithilfe einer Bankkarte oder per Mobiltelefon anmelden und ein Fahrrad (oder Pedelec) entleihen. Dieses kann später an der gleichen oder einer anderen Station zurückgegeben werden. Das System erkennt die Rückgabe und berechnet die Nutzungsdauer. Die Bezahlung erfolgt über die Mobilfunkrechnung oder per Lastschriftzahlung / Kreditkartenabrechnung.

Radstation

© matrix architektur GmbH / radplan nordost

© matrix architektur GmbH / radplan nordost

Radstation

Eine RadStation ist eine mit Personal besetzte Service-Einrichtung, bei der gegen Entgelte Fahrräder und Zubehör sicher und wettergeschützt abgegeben werden können sowie Ersatzteile verkauft und Reparaturen angeboten werden. Weitere Dienstleistungen können Fahrrad-Waschstraßen, Schließfächer und touristische Beratungen sein. RadStationen befinden sich überwiegend in unmittelbarer Nähe zu Bahnhöfen. Für das Fahrrad-Abstellen gibt es Tages-, Wochen- Monats- und Jahreskarten. In den Nachtstunden ist in der Regel eine automatisierte Nutzung möglich.

Eines der Leitprojekte des Greifswalder Radverkehrsplanes und des Integrierten Klimaschutzkonzeptes ist der Bau einer Radstation am Bahnhof. Sie soll sichere Stellplätze für rund 200 Räder bieten; zudem sollen ein Fahrradverleih, eine Werkstatt, Schließfächer für Gepäck und Räder, Informationsangebote und ggf. auch ein kleines Café diese Einrichtung ergänzen.

RadStation, eingeschossige Variante © matrix architektur GmbH / radplan nordost

Weitere Informationen

 

MobilitätsStation

mobil.punkt Bremen © bcs / Glotz-Richter

mobil.punkt Bremen © bcs / Glotz-Richter

Eine MobilitätsStation vereinigt mehrere Verkehrsdienstleistungen zentral an einem Ort. Dadurch wird ein Umstieg zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln erleichtert. Neben einer Hauptstation (z.B. am Bahnhof), die alle oben genannten Elemente inklusive Taxi, Bus- und Bahnverkehr vereinen würde, könnten weitere Satelliten-Stationen in Greifswalder Wohngebieten eingerichtet werden. Hier könnten z.B. in der Nähe von Bushaltestellen CarSharing-Parkflächen und BikeSharing-Stationen installiert werden (Vorbild Bremen, s. Foto oben). Auch Druckluftsäulen und Werkzeug für Fahrräder wären denkbar (Vorbild Lund). 

 

Intermodaler Reisepunkt in LUND / Schweden © M. Kürschner

Intermodaler Reisepunkt in LUND / Schweden © M. Kürschner

Intermodaler Reisepunkt in LUND / Schweden © M. Kürschner

MobilitätsKarte

© bcs / Invers GmbH

© bcs / Invers GmbH

Die Mobilitätskarte ist eine Chipkarte, mit der in Zukunft eine Vielzahl verschiedener Verkehrsdienstleistungen (Bus, CarSharing, BikeSharing, Taxi, RadStation) bezahlt werden könnte. Die Abrechnung kann dabei jeweils zum Monatsende (Lastschrifteinzug / Kreditkartenabrechnung) oder im Voraus (Prepaid) erfolgen.

© Rheinbahn

Vorbild könnte die Stadt Düsseldorf sein, wo die Rheinbahn im Rahmen eines Pilotprojektes das Kombticket “Mobil in Düsseldorf” zum Monatspreis von 74,90 EUR anbietet. Neben Bus und Bahn sind täglich 4 Stunden Leihfahrradnutzung und monatlich 90 Minuten CarSharing-Nutzung im Preis inkludiert.

In Greifswalds Partnerstadt Osnabrück gibt es ebenfalls ein attraktives Kombiticket. Die Mobilkarte für 54,90 EUR vereint den Busverkehr, ein monatliches CarSharing Guthaben von 20 EUR, die freie Nutzung der Osnabrücker RadStation sowie die kostenlose Fahrradmitnahme in den Osnabrücker Bussen.

mobilkarte-os

© Stadtwerke Osnabrück